Erfahrungsgarten Kita Pfiffikus 
Essen






  
Ein Erfahrungsgarten auf einem schwierigem Grundstück

Das Außengelände der Kita Pfiffikus wird durch hohe Lärmschutzwände und einen Wall vor der vorbeibrausenden Autobahn geschützt. Eine zentrale Tiefgarage schränkt die Gestaltung der Spielflächen zusätzlich ein. Wie kann hier dennoch ein guter Ort für Kinder entwickelt werden?








Erfahrungsgarten
Der entstandene Erfahrungsgarten verwandelt das Gelände in eine modellierte kleinteilige Landschaft.
Dazu wurde der Lärmschutzwall zu einer Hügellandschaft umgeformt, die „Mountains“. Die Tiefgaragendecke wurde zur „Prairie“ und das im Schatten der Lärmschutzwand liegende Gelände zu einem dichten Gehölz mit vielen integrierten Spielorten, das „Bushland“.

„Mountains“,  „Prairie“ und „Bushland“ fügen sich zu einer Landschaft - eine Landschaft für das freie Spiel der Kinder.



Die drei Dimensionen des Spiels

Mountains - Bewegung
In den „Mountains“ geht es vor allem um Bewegung. Das heißt, das Spiel entzündet sich aus der Bewegungsmotivation der Kinder.

Über ein steinernes Atrium klettern die Kinder zu „Burg“ und „Adlerhorst“. Kleine Bergpfade schlängeln sich durch die Hügel. Es gibt Täler und Schluchten und, die große Attraktion, einen steilen Kletterhang mit Hanfseil zum Hinaufhangeln.


Prärie - mit allen Sinnen erfahren
Die „Prärie“ ist eine offene Landschaft mit einem großen Feld aus Perlkies. Der Perlkies, in den die Füße der Kinder einsinken, lässt sie ihre eigene Bewegung spüren. Demselben Zweck dienen auch die Geröllfelder und Felsformationen, die den Kies umfassen.

Es ist diese sinnliche Erfahrung, das Spüren der eigenen Bewegung, aus der heraus sich hier das Spiel entwickelt und den Kindern Lust macht zum „Reisen“, von Tipi zu Tipi, von Spielort zu Spielort.


Bushland - Geschichten
Im „Bushland“ stoßen die Kinder auf viele hausähnliche Situationen, die ihnen für ihre Imitations- und Rollenspiele dienen. Hier können sie Erlebnisse, die sie berührt haben, noch einmal durchspielen und in Geschichten weiterspinnen.

Sie finden eine Fels-Bank, die Schiff oder Supermarkt sein kann, einen dichten Hain aus Apfelbäumen und Felsenbirnen und Mauern, die sich wie Hausruinen zum Spielen anbieten. Daneben gibt es noch ein Weidentipi und den großen Sand-See mit Schwengelpumpe.




Landschaft für das freie Spiel
Es sind einige wichtige Faktoren, die dieser Landschaft ihre „Spielsamkeit“ geben und das freie Spiel der Kinder fördern.

- die Vielzahl von Spielorten, mit Objekten an denen sich das Spiel entzündet – den tipping points.
- die uneingeschränkte Mehrdeutigkeit, die die Phantasie der Kinder herausfordert.
- die Kleinteiligkeit und Komplexität, die den Erwachsenen ihre Bedeutungshoheit raubt und den Kindern gibt.
- und zudem die drei Landschaftselemente, die jeweils eine der drei Dimension des Kinderspiels ganz besonders ansprechen, aus der heraus sich das Spiel dann entfaltet.

Diese Faktoren machen das Gelände zu einem Prototyp einer Landschaft, die das freie Spiel der Kinder fördert. Ein Gelände, das die Kinder immer wieder aufs Neue anregt und herausfordert, die Welt und sich selbst zu entdecken und eine kreative und proaktive Haltung zu entwickeln.









Kindertagesstätte Pfiffikus, Essen
Trägerin: KinderHut gGmbH, Essen

Fläche:  800 qm
Fertigstellung 2020

Garten und Landschaftsbau: Gärten von Eckhardt GmbH


   

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