Erfahrungsgärten

Das Außengelände einer Kita ist ein wertvoller pädagogischer Raum. Es geht dabei nicht nur um einen Toberaum, auch nicht nur um den Kontakt mit der Natur, sondern um ein vielschichtiges Lernen, wie es eigentlich nur in einem Außengelände möglich ist. Es geht um Erfahrungslernen.

Unser Konzept Erfahrungsgarten basiert auf dem Bildungsverständnis Prof. Gerd Schäfers. Vielfältige eigene Erfahrungen sind nicht nur wichtig für die Entfaltung der sinnlichen und motorischen Fähigkeiten von Kindern, sondern auch elementar für die Entwicklung ihres kognitiven Vermögens. Kinder lernen Denken.






Nur wer einmal beobachtet hat, wie eine Schnecke langsam aus ihrem Haus gekrochen kommt, ihre Fühler lang macht und sich dann auf einer Schleimspur fortbewegt, weiß was eine Schnecke ist. Kinder erzeugen auf diese Weise innere Bilder, die die Grundlage ihres Denkens bilden und mit denen sie sich Schritt für Schritt die Welt erschließen.

Die Kinder sind dabei mit allem Notwendigen ausgestattet, um diese Aneignung aus eigener Kraft zu machen, aber sie benötigen eine Umwelt, die ihnen vielfältige und differenzierte Erfahrungen ermöglicht. Deshalb wollen Kinder raus. Sie wollen matschen, plantschen, klettern und die Welt selbst entdecken. Sie brauchen keine ausgefeilten Experimentierkästen, sondern sie brauchen Natur.






Reich der Möglichkeiten
Mit „Natur” sind nun natürlich keine Spielgeräte im Grünen gemeint, sondern „wilde”, unspezialisierte Flächen, wie sie Kinder gerne selber aufsuchen. Dickichte, Wiesen, Gruben, Hügel – Brachen.

Kinder lieben solche Flächen. Sie erlauben ihnen nicht nur, hautnah mit der Natur in Kontakt zu kommen, sondern auch Geschichten, die sie bewegen, mitzubringen, durchzuspielen und weiterzudenken. Brachen legen nicht fest. Sie bilden ein „Reich der Möglichkeiten”, in dem die Kinder ungestört ihre Fantasiewelten entfalten können.

Erfahrungsgärten holen diese Brachflächen ins Außengelände und inszeniert damit sinnliche, abenteuerliche und immer wieder fantasieanregende Gärten - Gärten für Kinder. 




Vielfältige Erfahrungsfelder
Um auch im begrenzten Rahmen eines Kita-Außengeländes eine hohe Dichte von Erfahrungsmöglichkeiten zu erzeugen, werden in einem Erfahrungsgarten verschiedene Arten von Brachen miteinander kombiniert. Während eine Lehmgrube eine ausgesprochen sinnliche Erfahrung ist, lenkt eine Sandfläche die Aufmerksamkeit auf die konstruktiven Qualitäten des Materials. Hügel werden unter Einsatz des ganzen Körpers erobert, Dickichte regen zu Rollenspielen an.

Die Kinder wählen selbst aus, welcher Spielort sie gerade interessiert. Das ist wichtig für ihre Beziehung zum Gelände. Sie nehmen den Garten dann als einen Raum wahr, in dem sie im Spiel mit unterschiedlichen Erfahrungsfeldern experimentieren können – als eine Werkstatt für ihre Fantasiespiele.  

Lernwerkstatt
Kinder treiben ihre Bildungsprozesse selbsttätig voran. Aber sie brauchen Erwachsene, die an ihren Erfahrungswelten Anteil nehmen und die sie dabei unterstützen, ihre Erlebnisse zu verarbeiten.

Erfahrungsgärten helfen den pädagogischen Fachkräften dabei, die Kinder zu begleiten. Als „kleine Bühnen” unterstützen die Spielorte die ErzieherInnen, in die Gedankenwelten der Kinder einzutauchen und auch die Gedanken der Kinder miteinander in Verbindung zu bringen. So entsteht ein gemeinsamer kreativer Denkraum. Er verleiht dem Garten den Geist einer Lernwerkstatt und ermöglicht der Kita eine neue Qualität der pädagogischen Arbeit im Außengelände.


Das Außengelände bietet den Kindern so viele Möglichkeiten, dass sie uns weniger als Impulsgeber*innen brauchen. Wir helfen den Kindern, Lösungen zu finden, wenn sie nicht weiterkommen, erforschen und entdecken mit ihnen.” 
Anina Laber, Kitaleiterin


zum Bericht über den Erfahrungsgarten der Kita Mäusenest
in der Zeitschrift „Kindergarten Heute” ︎︎




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